hinter türchen dreiundzwanzig verbirgt sich der traurigste tag.
man denkt, das alles bleibt, wie es ist. auch wenn man es besser weiß, ein teil von uns glaubt immer noch daran, dass sich nichts ändern wird. dass man in jedem jahr mit oma und opa um den tannenbaum sitzt und singt.
mein opa konnte alles mit isolierband reparieren. er hat mir beigebracht minigolf zu spielen, beim tennis die punkte zu zählen, und alles andere, was ich wissen muss.
als wir klein waren, haben wir oft bei ihm übernachtet, dann mussten wir abends immer katzenwäsche machen und manchmal durften wir in der blubberbadewanne baden.
an silvester haben wir mit ihm volksmusikshows geschaut und so getan, als fänden wir sie lustig, aber eigentlich wollten wir nur sekt trinken. bei meinem opa gab es ständig sekt.
mein opa suchte immer eine lösung für jedes problem.
er hat den kamin so schön entfacht wie sonst niemand.
was hänschen nicht lernt, lernt hans nimmermehr, hat er uns erklärt. und: es gibt sachen, die gibts gar nicht.
als er jung war, hat mein opa seinem kumpel geholfen durch die lkw-führerscheinprüfung zu kommen, indem er am anfang hinten auf den lkw geklettert ist und beim anfahren am berg raussprang und einen großen stein hinter den reifen gelegt hat.
als er jung war, war er im fußballverein von seinem dorf.
mein opa wollte immer schifferklavier spielen lernen.
an dem geschichtenerzählnachmittag hat er mir von einem mann erzählt, dessen vater im sterben lag. der sohn sollte die fensterläden auf, und dann direkt wieder zu machen.
so ist das leben, hat der vater dann gesagt.
ich weiß, er ist bei gott und dass er wieder so viel kraft hat, wie er verdient. aber es ist so traurig. ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mal heirate und mein geliebter opa ist nicht dabei.