Sonntag, 29. Dezember 2013

Ein Roman.


Vielleicht ist jetzt die richtige Zeit, um zu überlegen wie mein Jahr war und wie es nicht war, weil ich noch 48 Stunden habe, um dieses Jahr zu etwas anderem zu machen, als es war, oder um noch ein bisschen nur zuzuschauen, ohne zu hinterfragen. In meinem Kopf ist das letzte Jahr ein Haufen aus Erinnerungen, sie liegen unsortiert in einer Ecke wie getragene Kleidungsstücke und warten darauf, dass ich eine nach der anderen hochhebe, daran rieche, sie auschüttle, sie falte und in den Schrank lege, oder in den Wäschkorb knülle. Dass ich sie irgendwie wegsortiere, damit ich im nächsten Jahr weiß, wie das Jahr war, was ich von diesem Jahr halte und wie ich davon reden kann, wenn mich jemand fragt, wie war letztes Jahr, damit ich einfach die Schranktür aufmache und dort liegen die Geschichten, bereit zum anziehen und vorführen, bereit zum angeben.

Einmal wachte ich in einem Zelt auf, weil die Sonne so warm darauf schien und mir viel zu heiß wurde in allen Pullovern, die mich vor der Kälte der Nacht geschützt hatten. Einmal saß ich am Steg und Felix sagte, komm mit, und ich kletterte direkt vom Steg auf ein Surfbrett und dann trieben wir davon, bis zur Sandbank am Ende des Sees. Einmal saß ich auf einem Stuhl in einem Klamottenladen und hab gesungen und Fremde haben mir ihren Freitagabend geschenkt und ich war wahrscheinlich nie so nervös in meinem ganzen Leben. Einmal hatte ich eine Ziege auf dem Arm, die anfing, an meinen Haaren zu knabbern. Einmal hab ich mit Tete und Tom Pizza im Schanzenviertel gegessen. Einmal saß ich in einem VW-Bus und Noah Gundersen lief, Honest Song, und ich hätte fast angefangen zu weinen. Einmal hab ich mit David und Janne getanzt, zu dritt im Discoraum. Einmal bekam ich Post von Theresa, die mein Gedicht illustriert hatte und ich hatte vergessen, dass es ein sehr schönes und ehrliches Gedicht war und wie gut Theresa ist und es hat mich alles dermaßen vom Hocker gerissen, es ist ein kleines Buch, ich hab ein Buch geschrieben. Einmal stand ich mit Janne vor er Bühne von The Staves und wusste wieder, was ich will. Einmal hat jemand meine Hände geküsst. Einmal hat Jonas mir erklärt, wie schön es ist, singen als Hobby zu haben, für Freunde zu spielen, keinen Erfolg haben zu müssen. Einmal hab ich mit Gez und Alison geredet und sie wussten, dass aus mir irgendwas wird, irgendwas, was ok ist, vielleicht mehr als das. Einmal bin ich die engste und steilste Treppe hochgelaufen und sie hieß Himmelsleiter. Einmal lag ich mit Sonja auf dem neuen Sofa und hab When Harry Met Sally geguckt, zum hundersten Mal vielleicht. Einmal war ich in Bochum bei Sarah. Einmal war ich in Köln bei Uta. Einmal gab es muckelig. Einmal hatte ich Geburtstag.   Einmal hat Katja geschrieen wie am Spieß und dann so laut gelacht, wie nur sie lachen kann. Einmal lagen wir beide in meinem Bett und lehnten die Beine an die Wand und ich las etwas vor, etwas weises aus dem Buch Kohelet. Einmal tanzte ich mit italienischen Omas und Opas im Kreis. Einmal half ich beim Umzug. Einmal sang ich in einer Kneipe und die meisten hörten nicht zu. Einmal hab ich so richtig laut gelacht, wegen einer Facebook-Nachricht von Ed. Einmal starb jemand, den ich liebte. Einmal hab ich Basketball gespielt, einmal ein Turnier gewonnen, einmal war ich auf einem Kirchturm, einmal war ich im Kino und hab geweint, einmal war ich auf einem Konzert von Kate Nash und fand alles daran atemberaubend, einmal sang ich Nikolauslieder mit dem Nikolaus, einmal hörte ich Rob zu, einmal warteten Janne und ich an der Bushaltestelle, sie lehnte an der Gitarre und ich saß auf dem Akkordeonkoffer, einmal war Balkino und die Katze im Film hieß wie einer von uns und wir haben alle drei gekichert. Einmal gab es Waffeln mit heiße Kirschen und Sahne und Eis bei Johanna, einmal saß ich auf dem Balkon in Essen und hab mit Anna und Becci in der Sonne Orangen geschält, einmal war Weihachten, einmal war Ostern, einmal war Haldern Pop Festival, einmal war ich im Lake Distrikt und wir sind bis zum Gipfel gewandert, wo noch Schnee lag und wir waren euphorisch und haben uns gefühlt, als hätten wir gewonnen, obwohl wir nicht wussten, was. Einmal haben Dave und ich ein Feuer im Kamin angemacht und dann Bob Dylan Lieder gesungen. Einmal lag ich mit Janne im kleinen roten Zelt und die ganze Nacht prasselte der Regen, laut, stark und gemütlich.

Diese ganzen Einmals waren mein Jahr, zusammen mit den Wegen, die es von einem zum anderen Einmal gebraucht hat, jetzt liegen die Erinnerungen im Schrank, nach Farben sortiert. Die Frage ist nur. Ist das, was ich jetzt fühle und alles, was ich noch weiß, alles, was ich noch von mir weiß und den Minuten, die ich noch weiß, ist das irgendwas wert oder ist das rekonstruiert? Und wenn ja, was macht das für einen Unterschied, und ist es bedenklich, dass ich mich fast nur an überglückliche Dinge erinnere, an Leichtigkeit und Hoffnung, dass die Geschichte dieses Jahres in Zukunft sein wird: Das Jahr, in dem ich überglücklich war, ist das bedenklich, will mir das was sagen? Auch dass, was ich jetzt über die Schwermut denke, wenn was weh tut,  dann weil es wichtig ist und wenn es chaotisch ist, dann nur, damit es nicht langweilig wird und wenn mich jemand ignoriert, dann, damit ich verstehe, wer mich die ganze Zeit schon ansieht und wenn ich Angst hab, dann, damit ich weiß, an welcher Stelle ich größer werden kann, und wenn ich zweifle, dann damit ich die Richtung kenne, in die ich mich bewegen muss und wenn ich die Religion verlasse oder mich davon verlassen fühle, dass ich dann endlich einfach die Tochter eines Vaters sein kann, und dass nur das ist, was es eigentlich ist.

Liebe Eva-Freunde. Danke fürs Lesen, Zuhören, Mitlachen, danke für die Post, danke für die Blumen, danke für die Zeit, danke für Schlafmöglichkeiten, danke für jedes Ja, danke für jede Idee und jeden Kaffee und jede Umarmung, danke dass ihr mich beim Campingtrip überredet habt, sofort loszufahren und nicht noch zu warten, bis meine Wäsche trocken ist. Was wäre ich ohne euch. 

Dienstag, 24. Dezember 2013

rejoice. rejoice.




ein gott wurde ein baby. 
 fröhliche weihnachten.
 e.

Montag, 9. Dezember 2013

denkschilder

vielleicht geht es mir zum ersten mal so in meinem leben, weil ich kein enkelkind mehr bin, hinter mir liegt nichts mehr, alles nur noch vor mir, weil ich schwebe, weil alles möglich ist und mich nichts abhält davon, abzuhauen, ein teil von mir dachte immer, was sagen meine großeltern dazu, es gab diese untrügliche meinung dazu, ob etwas gut ist oder nicht, ob etwas immer noch gilt, ob etwas wahr und zeitlos ist, auch wenn ich sie nie dazu befragt habe, es gab das noch, eine welt ohne internet und mode, es gab menschen, die nicht gereist sind, es gab den blick noch, und jemanden, der nur da war, ohne noch irgendwas zu wollen, das gibt es jetzt nicht mehr für mich, und wenn es das nicht mehr für mich gibt, dann kann es dir auch schnell abhanden kommen, uns allen wird es abhanden kommen, bis wir selbst diese welt sind, die sich nicht diktieren lässt, sondern das recht zu existieren aus sich selbst hat, aber es wird noch dauern bis dahin und vorstellen kann ich mir das noch nicht. 
da war dieser mensch, dem ich begegnet bin, einer für meine sammlung, er hieß rob und er hat mich sofort von ihm überzeugt und andersherum, das ist ja meistens eine sache von drei minuten zwanzig bei solchen menschen, dann haben sie dich in der tasche, obwohl es grade das ist, was sie vermeiden wollten, was sie immer vermieden haben. jemand, der bedingungslos an sich glauben muss, damit er machen kann, was er will, der auch an mich glauben muss, damit er machen kann, was er will, er muss daran glauben, dass in traurigen versuchen der schlüssel liegt, dass es reicht, fragende zweifel an allem zu haben, einfach nur zu haben, und dass es reicht, in straßenschildern ein lied zu sehen, in einem telefonklingeln ein gedicht, der an das künstlerische vermögen glaubt, und es deswegen auch hat, dass es reicht, etwas zu sehen in etwas anderem, dass das eine aufgabe ist im leben und dass man dafür seine möbel einlagern darf um sie im stich zu lassen. 
nicht geschont zu werden, auch wenn es klar ist, dass man den ball nicht kriegt und die antwort auf die frage nicht weiß, und wenn man etwas zugeben muss. wenn man weiter will, dass man sich nicht schonen lässt, dass man sich nicht die situationen und menschen sucht, die dich schonen. wenn du jemanden findest, der dich nicht schont, dann halte dich an ihn, du hast vermutlich einen wertvollen gefunden, einen, der keine angst hast, wenn du vor ihm versagst und das einzige, was menschen unangenehmer ist, als versagen, ist es, jemanden beim versagen zuzuschauen, wer dich nicht schont, hat keine angst vor dem ganzen dir. 
keinen spaß haben, wenn alle anderen spaß haben, ist das das einsamste, was passieren kann, etwas in seiner ganzen tragweite des wortes verstehen nicht zu verstehen, nicht verstehen zu können, es geht mir bei vielem so, ständig, obwohl ich versuche, auch spaß zu haben, wenn andere spaß haben, ich hab es meine ganze jugend lang so gehandhabt, umgeben von niemandem, der auch damien rice kannte, der wie ich der überzeugung war, das einzige angemessene gefühl sei der zweifel, und heute noch, so auch bei dieser sache, kann ich nicht, nicht, weil ich keinen spaß will, einfach nur, weil ich nichts spaßiges daran finden kann, weil es sich mir nicht von grund aus selbst erschließt, ich bräuchte ein paar geschichten und ein bisschen betäubung, um es zu verstehen, direkt offenbart es sich nicht und zum hundertsten mal, es ist nicht das besondere, das ich suche und vermisse in diesen situationen, es ist das normale, das erklärbare, das vernünftige, nicht im sinne der vernunft, im sinne des sinns, wenn etwas, was ich will, flüstern ist aber jeder um mich grölt. 
ich dachte immer, es wäre anders, und jetzt kann ich es nicht mehr beschreiben, weil ich weiß, das es doch nicht so ist, mich nicht verständlich machen über etwas, nicht mal mir selbst, was macht man dann außer aufhören zu reden. 










Dienstag, 12. November 2013

fazit

was soll so ein tag hab ich heute schon ein paar mal gedacht. ich hatte das schonmal erwähnt, es ist hart dieses jahr, dieser übergang von sommer zu winter, wenn man das verbotene wort ignoiert und nicht die rampe nimmt, sondern die stufe, die ein paar zentimeter zu hoch ist, als das man sie bequem nehmen könnte, wenn man von wehenden röcken zu handschuhen übergeht, das heißt, von übergehen kann nicht die rede sein, es ist ein fallen, es ist ein unverhoffter fall. alles zerrt heute an mir, klingt das zu verzweifelt, bin ich so verzweifelt wie ich mich fühle? woran liegt das, diese panik in meinem bauch, mit der ich abends einschlafe, die großen zweifel, alles, was sich bedrohlich auftut, und mir graut es ein bisschen mehr als dass ich mich auf etwas freue, was immer ein problem ist, und dazu das insgeheime wissen, dass ich übertreibe und das zweifel nicht hindern, sondern den weg leiten, immer den zweifeln nach, wie sonst auch. meine freiheit zweimal im jahr zu opfern um mich auf listen einzutragen und mich anzumelden in kursen und dann zu sein in räumen, wo ich nicht aufstehen kann um einfach zu gehen, dass halte ich nicht mehr lange durch, ohne melodramatisch werden zu wollen, oft lass ich mich meiner freiheit nicht mehr berauben, da kannst du gift drauf nehmen, liebe welt.

was als einziges hilft, heute, ist daran zu denken, wie es war, als wir bis zur sandbank weggedriftet sind, vor hundert jahren gefühlt, vor wenigen monaten wirklich, kopf an kopf auf dem surfbrett, alle füße ragten ins wasser, nur du und ich, und meine hände sahen aus wie von einer ganz alten frau, verschrumpelt und faltig, weil wir da so lange lagen und kleine wasserwellen über unsere arme rollten, du hast meine hände gesehen und lachend den kopf geschüttelt, ich lag auf dem rücken und hab laut in den himmel gelacht, so, wie ich nur auf dem rücken liegend lachen kann, am ufer bellte ein schwarzer hund und die camper saßen vor ihren wohnwagen, mir war nicht kalt und dir war nicht langweilig, zwei menschen, die da waren, ohne ruder oder ziel, driftend, ich wage zu behaupten, dass das mein bester moment war in diesem jahr, das noch nicht zu ende ist und in dem ich in england war, auf bergen und im süden und auf tour, in mehreren schweizen, in dem ich ziegen auf dem arm hielt und e-gitarren spielte, getanzt hab und ans meer gefahren bin, ich hab tom odell singen hören und meinen ersten quentin tarantino film gesehen und was nicht sonst noch war in diesem jahr, nein, ich wage zu behaupten, das beste war, als wir wegdrifteten, und zwar ganz ohne das gefühl, dass es falsch ist oder etwas verpasst wird oder wir eigentlich was anderes zu tun hätten.

Sonntag, 3. November 2013

rolemodel

"i wish i was crazy" lou doillon.

Sonntag, 27. Oktober 2013

Samstag, 26. Oktober 2013

verissen


danke marina. hat sie mir auf dem weg zum bus gefunden. 

Dienstag, 22. Oktober 2013

windjagen.

brauchen und gebraucht werden. dass wir sowieso alle kein bisschen individuell sind und dass es streng genommen gar kein ich gibt, vielleicht wenn überhaupt ein mich, das ist mir schon klar, die frage ist nur noch, brauchen wir uns, oder vereinnahmen wir uns, oder sind wir abhängig voneinander oder ist das alles das gleiche. oder ist es ein gutes brauchen, freundschaft ist, wenn man befreundet ist, wie man als teenager befreundet war, ich bin mit meinem plümo die straße runtergerannt, um bei dir zu übernachten und wir lagen den ganzen abend in der hängematte und haben geredet, ich frage mich, worüber wir geredet haben, denn wir kannten um die 25 personen und sahen uns jeden tag, worüber haben wir immer geredet? heute, wenn wir uns sehen, oder wenn wir reden oder wenn wir nicht reden, brauchen wir nur den applaus von einander, geht es darum, oder brauchen wir das gefühl, dass wir irgendwo etwas abladen können, geht es überhaupt um uns, oder nutzen wir uns aus? verbrauchen wir einander, der existenz willen? bist du ersetzbar, bin ich es? wie ist es so gekommen, dass wir jetzt hier sind und wo war der schritt von der fremdheit zu dem hier, wie überschreitet man diese grenze, die zwischen essen gehen und nichts zusammen tun, seid wann rufen wir uns an, wenn uns zum heulen zu mute ist und schätze ich es genug, dass die möglichkeit besteht und dass du abheben wirst und dann was sagst, und kann dieses gefühl in mir endlich still sein, das mir alles madig macht, was anzweifelt, dass man zurecht zufrieden sein darf und das alles durch den dreck zieht und das am liebsten den turm umschmeißen und irgendwo hinziehen will, wo niemand weiß, wer ich bin, vielleicht nach montreal, wo mich niemand braucht und ich es mir nicht leisten kann, jemanden zu brauchen, wo überglücklich keine möglichkeit ist, sondern ein weit entfernter traum. aber ich verwechsle schon wieder freiheit mit unabhängikeit und ich versteh nicht, woher das kommt, ich vermute von rilke, dieser appell in mir, der einsamkeit fordert und langsam, aber sicher nervös wird. denn einsamkeit braucht niemanden, oder?

Samstag, 12. Oktober 2013

heute punkt eins





  

danke an meinen papa für diesen passenden zettel. ich mach mich dann mal ran.

Dienstag, 8. Oktober 2013

es muss weitergehen



mir ist nicht danach, aber das interessiert niemanden, die zeit rennt mir davon, in gewissem maße, es fällt auseinander, schwindel, langsam endet der sommer, auch gefühlsmäßig, der nebel fällt mit den blättern und ich sitze in der bibliothek, blick auf das schloss, anstatt auf berge oder see oder schluchten oder weiten, ich war monatelang nur draußen, so fühlt es sich an, und jetzt fühlt es sich an wie ein gefängnis, mein terminkalender hat mich eingeschlossen und den schlüssel runtergeschluckt und die visionen haben kaum platz zum atmen, ich trau mich gar nicht mehr zu träumen, weil ich keine zeit für die träume hab, würde morgen ein traum vor mir stehen und mir auf die schulter klopfen, ich müsste ihm sagen, komm mitte november, da hab ich einen termin frei für dich. 
das ist die rache des überglücklichen sommers, das unglück danach ist fühlbar schlimmer. der herbst, der tod, der druck, der stress, der traurige anblick eines schlosses, umgeben von parkenden autos.

es fehlt die lösung für einen vernebler. danke fabian für diesen zettel.

Sonntag, 22. September 2013

H/H

blind sein im wald
taub unter wasser
ruinen aus efeu 
stadt hinter bergen, fluss über land

kräne und wolken
jemand der fehlt
und noch jemand
wölfe

stiller
nicht ruhiger
sauber und satt
außerdem laub 

ende des sommers
bruch
und jubliäum der flucht
erkenntnis / gefühl




Samstag, 24. August 2013

märchenurlaub

es waren einmal eine adeleid und eine waldfee und ein güldener bub, die wanderten, so weit sie ihre kleinen, tapferen füße tragen konnten. des nachts schlummerten sie einträchtig in höhlen und boofen, sie ernährten sich von dem, was sie im supermarkt fanden, wuschen sich in waldseen und staustufen und erkletterten gefährliche felsen, schnitzten wanderstöcke und erwärmten sich des nachts am feuer. eines tages stieß ein zweifelnder wanderer zu ihnen und begleitete sie ein stück des weges, der sie bald zu einem großen, gewundenen see führte, wo sie mit wilden tieren hausten, deren angriffen sie das ein oder andere male zum opfer fielen. die drei abenteurer ließen sich aber keineswegs erschrecken, sondern passten gut aufeinander auf. ja, sie fanden sogar einen kleinen schwarzen hund, der sich zu ihnen gesellte und ihnen viel freude bereitete und sie vor allem ungetier beschützte. um in allen einzelheiten auf ihre große reise einzugehen, dafür fehlen mir muße und zeit, es bleibt zu sagen, dass der güldene bub, die waldfee und adeleid immer überglücklich waren, sich niemals auf den senkel gingen, sich beim einschlafen aufs frühstück freuten, marshmellows und brot und käse im überfluss hatten, dass sie stets draußen und fernab von zivilisation waren, so wie sie es vorgehabt hatten. dass sie alles richtig gemacht haben. dass sie stets die engsten straßen, die kurvigsten wege, die kältesten nächte und stets die besten plätze auf dem campingplatz fanden und der vollmond sie indes mit einem gütigen lächeln wohlwollend betrachtete. doch eines tages war die reise zu ende.
und es zerlegte sie.

Montag, 22. Juli 2013

leseliste

weil mich manche menschen fragen, ob ich ihnen ein buch empfehlen kann, mach ich jetzt eine kleine liste, falls ihr noch was sucht, für die sommermonate am kanal, wo man nichts anderes tun kann als lesen, das hier sind die bücher, die ich in letzter zeit gelesen hab, und ich hab in letzter zeit so viel gelesen, was anstrengend war und interessant, was mich beschäftigt hat, gutes, wichtiges, bücher, über die man reden will und das heißt, es liegt in meinem interesse, wenn ihr sie auch lest:

katz und maus - günter grass, weil mir egal ist, was passiert, solange er jedes wort in dieser originellen art und weise gebraucht und weil das lesen dieser sätze so viel spaß macht, sie sind einfach so anders als die von allen anderen, ansonsten viel sommer und männlichkeit, ein wenig gewöhnungsbedürftig der inhalt, die formulierung aber macht süchtig. 
narziss und goldmund - hermann hesse, hat mich fertig gemacht, weil es alles auf den punkt bringt, was mir sorgen macht und was mich aufregt am leben, am erwachsenwerden, am reisen, zu hause bleiben, am kunstwerken, am glauben und am freund sein.
siddhartha - hermann hesse, nach steppenwolf und goldmund ein ganz anderer mann in einer anderen zeit, und trotzdem wieder die gleichen fragen und keine antworten in sicht.
homo faber - max frisch, irgendwie eins der traurigsten bücher, so ernst und einsam, vor allem mit dem sonstigen frisch verglichen, bewusst ohne charme oder ausweg, einfach verfahren und gemein, modern wahrscheinlich. 
die unerträgliche leichtigkeit des seins - milan kundera, ich fühle mich ertappt, ich glaube, jeder fühlt sich hier ertappt, von irgendjemandem in diesem buch, und bücher, die mich ertappen, machen mir angst und wenn ein buch mir angst macht, das muss etwas heißen, und so weise und so schlau, und die rolle des autors, so will ich auch mal ein buch schreiben. 

Samstag, 20. Juli 2013

Loading, please wait...












es wird still hier, weil es draußen so warm ist, nenn es sommerloch, oder nenn es sommer, ich mache eine pause. im sinne dieses klebezettels, genießt euren sommer, in malaysia oder vietnam, norddeutschland, marokko, italien, wo ihr auch immer seid. wir sehen uns wieder, wenn wir uns wiedersehen. 

Donnerstag, 4. Juli 2013

Donnerstag, 27. Juni 2013

the opposite of a shadow

"A funny thing sometimes, somebody's music. You get used to it, almost, but you forget that not everybody has this thing, trailing them around. Like a shadow, or maybe the opposite of a shadow..." Tamara Lindemen


ein ganzes leben in einem zettel


goldene farbe ohne lösungsmittel und leichtes beige farbe und plakate aufhängen und wäsche waschen, manchmal findet man zettel, die so sind wie das leben, das ist einer davon, es ist nicht meine to do liste, aber meine sieht so ähnlich aus, mit kästen und ausrufezeichen und fragezeichen und uhrzeiten. 

Dienstag, 25. Juni 2013

pläne

ich plane, immer bitterarm zu sein, nur viele freunde will ich haben,  reich
an geschichten und narben plane ich zu sein, von pizzablechen und scherben, immer
so glücklich, wie ich jetzt bin, wo ich nichts habe und mich um nichts
sorge, keinen audi, der in die werkstatt muss und keine steuererklärung,
ich werde menschen sehen und ich werde lagerfeuer machen, auch wenn ich
schon ganz alt und langweilig bin, dann werde ich alt und langweilig am
lagerfeuer sitzen und gitarre spielen, nichts anderes will ich. ich werde täglich schreiben, weil ich nichts
 anderes täglich tun kann und ich werde arbeiten, richtig arbeiten, so wie ich noch nie
gearbeitet hab, in dem ich tue, was ich am besten kann und soweit grabe, bis
 ich nichts besseres hätte schreiben können. ich werde an bahnhöfen stehen und
flugzeugen winken, ich werde im supermarkt singen und im
 bus, aus gewohnheit weißt du, ich werde vieles machen und
 ich werde alles aufschreiben und über das wichtigste werde ich
 singen, und ich werde immer ganz nah an der wahrheit leben, ehrlich mit
 mir sein, das ist schwerer als man denkt, aber das werde ich, immer ehrlich mit mir sein, auch wenn es unangenehm wird, darauf werde ich keine rücksicht nehmen. ich werde
mir wieder angewöhnen, beim anblick des meeres alles zu fühlen und ich werde jemand werden, den
man braucht, und ich werde jemand sein, der etwas braucht, ich werde mich
entscheiden zu brauchen,
im richtigen moment, vielleicht jetzt noch nicht, jetzt brauch
ich nichts, aber irgendwann werde ich brauchen und dann wird
es kein zurück mehr geben, du wirst zusehen müssen, wie ich
narben sammle und alle geschichten aufschreibe, wirklich alle, einschließlich der
langweiligsten, die langweiligsten waren schon immer meine stärke, ich bin am besten
in geschichten, in denen nichts passiert, was passieren könnte, das werde ich aufschreiben. du
wirst alles lesen müssen und du musst wissen, dass ich immer arm sein werde, du wirst mit
mir arm sein müssen, fürchte ich.
ich weiß nicht, was genau ich dir sagen soll, aber am liebsten würde ich das alles sagen und alles andere auch, alles was ich noch sagen könnte. unter anderem, dass ich ein altes auto will, ein richtig altes hässliches auto und es ist mir
egal, wie schnell es fährt. wir werden mit dem alten hässlichen auto herumfahren und keine rücksicht auf einander nehmen. wir
werden alles sehen und alles fühlen und alles aufschreiben und dann werden wir vernarbt und
verarmt und ehrlich sterben, naked as we came.

Freitag, 21. Juni 2013

Donnerstag, 20. Juni 2013

wegbeschreibung


ja, über die qualität kann man streiten. tatsache ist jedoch, dieser zettel hat uns zu einer tram geführt, die  zu einem auto, das zu einer autobahn, die zu einem meer und da sind wir dann stehen geblieben. ohne diesen zettel wäre also alles ganz anders gewesen, vielleicht. 

Mittwoch, 12. Juni 2013

Samstag, 8. Juni 2013

8.6.13


das war ein schöner tag, unter anderem weil wir basketball gespielt haben, nicht wirklich, nur ein bisschen, wir hatten einen ball und einen korb und die schuhe von f. waren die linie auf dem asphalt, von wo man werfen musste, wir hingen zu viert beim basketballkorb rum und rannten durcheinander und warfen abwechselnd den ball in den korb, als würden wir das schon seit jahren so machen, es war traumhaft. ich glaube, weil wir gespielt haben war das schön, nicht wegen dem sport oder so, wann spielen wir denn je, draußen, samstags nachmittag, wann hab ich das zu letzten mal gemacht? vormittags, am kanal, sprangen die jungs ins wasser, wir blieben auf der wiese liegen und lasen unsere bücher. y. findet, er muss nicht unbedingt duschen, ich finde, ich muss nicht unbedingt interessant sein, wir müssen alle nicht mehr immer reden, wir müssen nicht mehr immer aufpassen was wir sagen, wir müssen nicht mehr groß überlegen, mit wem wir unser wochenende verbringen, weil es irgendwie klar ist, wir müssen auch nicht mehr viel erklären. dann haben wir heute auch noch meine küche gestrichen, ohne viel aufsehens, weiß auf nicht mehr ganz weiß, einmal alles aufgefrischt haben wir, wir können helfen und helfen lassen, für manche mag das leicht sein, für andere nicht. abends haben wir auf dem balkon gegrillt und dem kran beim stillstehen zugegeguckt und alle waren zu kaputt zum reden oder lachen, wir waren zu viert ganz ruhig, die ruhigen sind vielleicht meine lieblingsmomente. Wir können abends perfekte mojitos mixen, wie gestern, und nachts pulp fiction sehen und im morgengrauen hasen jagen, auf dem weg nach hause, und dann können wir wieder alle aufstehen und uns wiedersehen, ohne probleme. wie am dienstag, am see oder am donnerstag bei k., auf dem balkon, wo man sich fühlen kann, wie in der großstadt, mit ein bisschen phantasie, wo die lichterkette aus dem schrebergarten mit den sternen um die wette leuchtet. wir können jetzt fertig und müde und still sein, rot im gesicht und mit dreckigen füßen, so sind wir und so können wir sein. nach dem film gestern, als f. nochmal die kerzen auf dem balkon angemacht hat und wir dort saßen, ich weiß nicht was lauter war, die frösche oder die autobahn, da ist gar nicht viel passiert, nur dass es trotzdem ein moment war.
wenn wir ein fahrrad wären oder alle satzzeichen oder die organe eines körpers, welcher teil jeder von uns dann wäre weiß ich nicht, ich hab ein paar vermutungen, aber sicher ist, jeder wäre was und zusammen wär es was und ich mag, was es ist, ohne fragezeichen.

Mittwoch, 5. Juni 2013

Sie sagte

Sie sagt, sie ist ganz erfüllt im Moment, als würde man Fahrradfahren lernen, so fühlt sich alles an, sie sagt, dass sie ihren Platz in der Welt jetzt gefunden hat, dass nur die ihr Musik fehlt, sie will gar keine tollen Kinder sagt sie, mit Fragezeichen und Ausrufezeichen sagt sie das. Dann sagt sie etwas anderes und danach sagt sie: Das war grad so eine Geschichte in meinem Kopf, die keiner kennt. Ich weiß nur, dass ich mich immer gern verliebe, sagt sie in die Stille hinein und seufzt dabei ein bisschen, als wäre das alles, was ihr bleibt, diese Erkenntnis. Dann sagt sie: Ich sperr den doch nicht ein, du kannst niemanden besitzen, es ist mehr so, ich bin die zweite Hälfte, deswegen hab ich Angst, ihn zu verlieren, weil ich dann nur noch eine Hälfte bin. Als ich sie frage, ob es um gewinnen oder verlieren geht, da weiß sie die Antwort auf die Frage, ohne nachzudenken kann sie antworten, ruhig und wissend, sie sagt: bei ihm und mir absolut nicht. Dann kommt er rein und sagt ihren Namen. Und, verlier nicht die Nerven.

Freitag, 31. Mai 2013

so einfach ist das

"Also zum Heiraten : du musst ein zweites bett haben und das Haus voll ausgebaut. Und evtl alle Herzevents mit ihr gemacht haben"

Sonntag, 26. Mai 2013

Samstag, 25. Mai 2013

über evapopeva

Weil ich immer fälschlicherweise davon ausgehe, dass diesen Blog nur meine Eltern, Schwestern und Janne lesen und ich nichts erklären muss, erkläre ich mich heute allen Menschen, die mich gar nicht kennen.

Wie heißt du?
Meine Eltern haben mich Eva genannt, ich nenne mich Effi, mir ist eigentlich egal, wie man mich nennt, aber lieber ist mir Effi.

Was machst du?
Ich studiere Germanistik (also Sprach- und Literaturwissenschaft) und Kulturanthropologie. In Germanistik erforscht man Sprache, wie sie entstanden ist, wie sie aufgebaut ist und wie man sie benutzt. Zum Beispiel erforsche ich in einem Seminar, wie es kommt, dass bei Gesprächen nur 5% Überlappung entsteht, dass also zb. zwei Sprecher gleichzeitig reden. Woher weiß man, wann man dran ist mit reden? Literaturwissenschaft beschäftigt sich mit Literatur, leider nicht mit der Schönheit der Sätze oder interessanten Ideen, sondern mit der Wissenschaft der Texte. Wie Kunst- oder Musikwissenschaft macht auch Literaturwissenschaft keinen Sinn, ein Oxymoron würde ich es sogar nennen, dieses Wort. Wissenschaftliche Beschäftigung mit Kunst oder Literatur ist nicht nur unsinnig, sondern auch ermüdend und langweilig. Ich bin nicht der größte Literaturwissenschaftsfan. Kulturanthropologie beschäftigt sich mit Kultur. Nicht um Theater und Kunst, es geht meistens um Alltag in meinem Studium, um photographieren, Arbeit, Familie, Errinnerung usw., diese Phänomene werden aber nicht als normal angesehen, als wären sie von alleine da, sondern sie sind von unserer Gesellschaft konstruiert und geformt, geteilt und entstehen somit weiter. "Culture is the stories we tell ourselves about ourselves" sagt C. Geertz. Kultur ist nicht das, was da ist, sondern das, wie wir die Dinge erfinden, indem wir sie machen und wie sich dadurch eine bestimmte Art etabliert, wie in einer Gesellschaft Dinge gemacht werden. Das ist alles sehr theoretisch, ich weiß. Das Studium ist aber wirklich interessant. Mein Kommilitone hat mal gesagt, er studiert Kulturanthropologie, um inspiriert zu werden und auch ich hab schon die eine oder andere Songidee oder Textzeile an den Rand meines Blocks geschrieben, wenn ich in der Vorlesunge saß und etwas total verrücktes gehört habe, was man immer als normal empfunden hat.

Was machst du sonst noch?
Ich hab eine Band (FEFA), ich schreibe dieses BLOG, ich arbeite bei TEENAGERFEIZEITEN mit (Navigatoren), veranstalte unregelmäßig MUCKELIG, schreibe für TEENSMAG und DRAN, wohne in einer WG, in der wir abends Filme an die Hauswand von gegenüber projeziieren und vom Balkon aus zuschauen, ich bin in einem HAUSKREIS, in der wir zu fünft Donnerstags einen Text aus der Bibel lesen und darüber diskutieren, ich trinke Kaffee mit Freunden, lese BLOGS und schreibe KURZGESCHICHTEN, ich versuche, Sonntags in den GOTTESDIENST zu gehen, schaffe es aber fast nie, ich schreibe TAGEBUCH und BRIEFE und liebe es, MIXCDS zu brennen und zu PHOTOGRARIEREN, Musik aufzunehmen und mit Janne Videos dazu zu schneiden.

Was findest du schön? 
Autofahren mit offenem Fenster, wenn man mit einem Thema aus der Uni so  beschäftigt ist, dass man nachts darüber diskutiert, Projekte, frühstücken, Gottesdienste, die einen gleichzeitig runterholen und beflügeln, Lagerfeuer, zelten, singen, reden, aus Zufall schöne Fotos machen, glauben, tanzen, segeln. Ich mag Verben. Haldern Pop Festival, Freizeiten, Zuhause sein.

Was nervt dich an der Welt?
Dass immer alles perfekt sein muss, dass es keine Literaturhochschulen gibt wie Kunst- und Musikhochschulen, dass Photos mit Photoshop bearbeitet werden, Regen, dass immer alle Fehler retuschiert werden, glatte Popmusik ohne Schwächen, dass man immer das Gefühl vermittelt bekommt, das man etwas braucht, was man noch nicht hat, dass alles so verfahren ist.