Mittwoch, 9. Dezember 2015

Peter sagt

Wir sind jung und wir machen uns
Sorgen über unsere Chancen
auf dem Arbeitsmarkt und
unser berufliches Fortkommen

Wir sind jung und wir machen
uns Sorgen denn später
wollen wir uns ja auch einmal
etwas leisten können
momentan da geht's ja noch
weil unsere Ansprüche
noch niedrig sind
aber später wollen wir uns
ja auch mal was gönnen können
denn wir wissen wenn man sich
erst einmal an einen
Lebensstandard gewöhnt hat
dann ist es schwierig
später wieder mit
weniger auszukommen

Wir machen uns eben Sorgen
über unsere Chancen
auf dem Arbeitsmarkt

Und wenn jemand kommt
und unsere Situation verschlechter
dann finden wir das nicht gut
und machen uns dann wieder
Sorgen über unsere Chancen
auf dem Arbeitsmarkt
das ist alles so ungerecht
denn wir haben immer
unsere Hausaufgaben gemacht
und alle Vorraussetzungen erfüllt
uns sogar spezialisiert
das finden wir nicht gut
denn es ist wichtig sich auch mal
was leisten zu können
damit der Alltag der grau ist dadurch
ein bisschen abwechslungsreicher
gestaltet werden kann
damit wir auch mal die Seele
baumeln lassen können
wenn das gefährdet ist
dann finden wir das nicht gut
und sind enttäuscht

Wir sind jung und wir machen uns
Sorgen über unsere Chancen
auf dem Arbeitsmarkt

Peter Licht: Wir sind jung und machen uns Sorgen über unsere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Montag, 16. November 2015

Mittwoch, 4. November 2015

Dienstag, 20. Oktober 2015

Dienstag, 8. September 2015

Donnerstag, 20. August 2015

Donnerstag, 30. Juli 2015

Dienstag, 28. Juli 2015

In mir

In mir ist alles aufgeräumt und heiter
es ist nur nicht ganz porentief rein
es ist ok, möbliert und lichtdurchflutet,
aber es könnte lichtdurchfluteter noch sein

Staubgesaugt müsste mal wieder werden
hier steht so viel alter Krempel rum
der Hirn und Herz verstopft und aggressiv macht
und ein paar  Kellerleichen starren stumm

Schubladen müsste man endlich entrümpeln
nach gut und schlecht und mittel wegsortiern
und alles auf dem Flohmarkt verhökern
damit ich mich wieder betreten kann

Damit ich wieder neue Pläne schmiede
und alte über steile Klippen schieb
Damit mich nicht mehr all die Sachen nerven
Die eingestaubt in meinen Schränken stehn

Nach und nach werd ich den Kopf entleeren
das Herz kriegt eine Grundreinigung
die Seele häng ich an die Wäscheleine
auf dass sie sich dort baumeln lassen kann

In mir wär alles leergefegt und sauber
Die Innenwände weiß getüncht und karg
Als hätte ich mich grade neu bezogen
Und könnte mich einrichten wie ich mag

Und dann kann ich versuchen zu erfinden
wie alles nun in Zukunft werden kann
was ich nun wirklich brauche und was gar nicht
und wie das Leben wird was grad begann.

Montag, 8. Juni 2015

zurück zu den zetteln


es geht zurück mit diesem projekt, aber es geht auch voran, ich habe meinen fokus verschoben, nicht mehr zettel an das selbst interessieren mich, zettel an das andere werden nun betrachtet. wie wird gesprochen auf zetteln und welcher ton herrscht auf dem papier im flur. und warum hat diese person auf dem partyplakat seinen namen nicht drunter geschrieben. ich glaube, weil es doch nicht das internet ist, das die menschen anonym und gemein sein lässt, es ist einfach ein stift. 
einreichungen zu diesem thema gerne an popeva at web punkt de, ob in wg-kühlschränken oder an gartenzäunen, je gemeiner desto besser.  

Dienstag, 12. Mai 2015

neueidee

"lets do a show in the summer in some country. i need a holiday"

Dienstag, 5. Mai 2015

zurück sein

ich kam zurück aus belgien, cornwall, southampton, dublin und fühlte mich richtig dick und breit, als ich durch den tunnel gegangen bin, am bahnhof, da mussten mir die leute ausweichen, wegen den beiden isomatten an meinem rucksack, aber auch weil ich so dick geworden bin, vom guten essen und überteuertem wein, meine augen waren riesig, das staunen hat sie geweitet, meine füße waren ausgetreten und plattgelaufen, alle muskeln sind gewachsen vom rucksacktragen und vom wellenreiten, vom laufen und stehen bleiben, vom aufstehen und losrennen, meine ohren sind größer und offener denn je für alles, was es zuhören gibt in allen sprachen, die gesprochen werden, und jede musik, die in allen städten gemacht wird, überraschenderweise, und mein herz ist so groß, weil die guten menschen überall lauern und dich schnappen, dich willkommen heißen und dich versorgen, mit allem, was du brauchst, meine stimme ist lauter, sie reicht jetzt bis nach dublin und mein selbstvertrauen ist wieder zurück, weil es so schön war, in den wohnzimmern, mit den leuten, die dort sind und leben, und allem, was sie uns in unser gästebuch schreiben, ich fühl mich zuhause, wenn ich reise und singe, menschen kennenlerne und mein buch vollschreiben kann mit ideen, wie man leben kann und dass man gemüse selber im garten anpflanzen kann und dass man mit seinen freunden zusammen wohnen kann und alle kinder zusammen in einem zimmer schlafen können, dass man ans meer ziehen kann, weil es schön ist, morgens früh am strand spazierenzugehen, dass man sich reinsteigern kann in seine musik, dass man eine kirche am strand aufmachen kann und eigentlich ist sie ien café, wo sich jeder und sein hund trifft, dass man nicht fliegen muss, sondern die langsame reise genießen kann und dass man staunen kann über menschen und über ihre gaben und dass es immer am besten ist, wenn  man in seinem element ist, dass das etwas ist, wonach man suchen sollte, und dass man sich dort dabei beobachten kann, wenn man wächst und das ist ein gutes gefühl und ein guter gedanke.

Freitag, 27. März 2015

wiewars




du hast mir alles abverlangt und mich an die grenzen geschickt, du hast mir spaß gemacht, du hast mich gelehrt, was ich will und was ich nicht will, du hast mir geholfen, dinge anzugehen, dinge wie gema, du hast mich vor die wahl gestellt, du hast mir gezeigt, wie man es machen kann, und du hast mir alternativen gezeigt, du hast mir gegenwärtige freunde beschert und zukünftige freunde, du hast mich inspiriert, du hast mich begeistert, du hast mich verschreckt und beschämt, du hast mir gezeigt, wie wenig ich weiß und wie wenig ich kann, du hast mir gezeigt, dass egal ist, was man weiß und kann, du hast mich ermutigt, du hast mich verzweifeln lassen, du hast mir weiter geholfen, du hast mich den kopf schütteln lassen, du hast mir so viel erklärt, zwischen den zeilen und sätzen und liedern hast du mir so viel erklärt, über kabel und musik, über menschen und ihr bestreben, über ziele und wünsche, über meine und die von anderen, du hast mich traurig gemacht, du hast gemacht, dass ich mich fremd und klein fühle, du hast auch geschafft, dass ich mich manchmal groß gefühlt hab und du hast mich sicherer werden lassen, nicht im auftreten oder umgehen oder musizieren, du hast mich sicherer werden lassen in mir und meinen liedern, danke popkurs.

Samstag, 14. März 2015

hamburg




ich hab meine zelte abgebrochen und bin in die großstadt gezogen. statt dem bus hält jetzt die u-bahn vor der tür und auch der blick aus meinem fenster ist etwas weiter. ich bin hergekommen und wollte ein glanz sein, ich wollte im meinem element sein, aber das wasser ist kälter als erwartet. ich fühl mich nicht als glanz, ich fühl mich stumpf und klein, das ist ja manchmal so, wenn man sich vorstellt wie etwas ist, dass es anders ist. aber mein blick hebt sich langsam und ich lerne, was ich zu lernen hab, schätze ich. ich grüße aus dem norden!

Dienstag, 24. Februar 2015

bald

ich bin unproduktiv und uneffizient, ich tue nichts, ich schreibe nicht, ich hab zeit und nutze sie nicht,  ich schlafe aus, ich lebe in den tag hinein und am ende der woche weiß ich nicht mehr, was war, ich lebe von der hand in den fuß, ich tue nichts, ich tue viel, ich verabschiede mich von allem, was ich kenne und ich freue mich auf bald, ich freue mich auf tage, an denen ich nicht weiß, was passieren wird, und auf abende, an denen ich kaputt bin von allem getanem, ist das ein wort getanem, je länger ich es betrachte desto seltsamer kommt es mir vor, und es dauert, denn abschied braucht zeit und er will zelebriert werden, mit unterschriften und blumen, meistens gehen umbrüche mit großen verwirrenden geschehnissen einher, und mit tränen und schweiß, aber auch mit entschlusskraft und tatendrang, wenn etwas zu ende geht und was anderes anfängt, geht man auf glühenden kohlen und lässt sich nicht fallen, zwischenzeitlich, obwohl ich vielleicht gar nichts mache, obwohl ich unproduktiv bin und uneffizient, in mir brodelt und kocht ist, in mir bricht sich was bahn, in mir staut es sich an und wird sich äußern, bald.

Mittwoch, 7. Januar 2015

eine art rundbrief

alle reden von neujahr, aber für mich geht hier was zu ende.
ich schreibe diese vorerst letzte arbeit und ich ertappe mich dabei, wie ich mich verabschiede, wie sogar etwas in mir jubelt, zum letzten mal, zum letzten mal. das jubeln zeigt mir, was ich will, das war schon immer so. im letzten jahr hab ich so viel erlebt, das glaubt ihr nicht. 
das schönste war vielleicht alles mit fefa, weil es nichts bessseres gibt als mit deiner besten freundin über die autobahn zu fahren, im alten auto von deinem opa, und gestern habt ihr was erlebt und heute erlebt ihr wieder was. 2014 waren wir in 8 tagen in 8 städten, wir haben in ehemaligen kühlhallen, auf einem straßenfest in barcelona, auf unserem lieblingsfestival, in der kneipe nebenan, in einem flammkuchenrestaurant und dreimal in berlin gesungen. ach. 
das schönste war vielleicht der urlaub. im winter und im sommer. das zelten hat konkurrenz bekommen vom schnee. mit den kräften am ende sein war noch nie so schön wie im backyard.
in polen sein, so nah und so fremd, loszufahren ohne zu wissen, wohin, einfach nur, weil katja da hin will und weil wir noch nie da waren. kann man machen. ich bin herumgekommen. 
das schönste war vielleicht der sommer am kanal, wie jedes jahr. 
das schönste war vielleicht, mein herz hat sich was getraut. es hat eine entscheidung stattgefunden, das kann wehtun, aber das hat auch glücklich gemacht. das ist es, was ich wurde, ein entschiedener mensch, und ich musste von so manchem menschen und zeiten scheiden im letzten jahr, die verletzung schlimm und hat mich monatelang im griff gehabt, ich wünschte, manche dinge hätte ich mir nicht anhören müssen, ich wünschte, es wäre alles anders gekommen denn es ist ein großer teil von mir weggebrochen, und geblieben ist viel luft um nichts. aber wir, wir haben mich fester im griff, ein glück.
das schönste war vielleicht die woche, in der du dir jeden tag was anderes für mich überlegt hast und ich bin ins auto gestiegen, ohne zu wissen, wohin du mich fährst. das schönste war vielleicht, als ich den anker werfen durfte und du mit mir kopfsprung geübt hast. 
das schönste war, das kleine lied darüber, wie ich auf einem festival spiele, auf einem festival zu singen, weil ich wusste, es gibt einen plan, und wenn ich ihn mir selbst ausgedacht hab. 
ich weiß nicht was das schönste war, es ist mir auch egal, die hauptsache war, dass man lebte, das war die hauptsache. 

danke fürs zuhören, mitlesen, anrufen, aufnehmen, begleiten, beglückwünschen, besuchen, fürs treu sein, auch wenn hier grad nicht so viel los ist. 

bald mehr.